Der verzweifelte Kampf um Demokratie – gekämpft von jungen Menschen, wie sie selbst – berührt Kurt zutiefst. Vor dem Sturm: Ein letzter, noch ziemlich entspannter Ausflug einiger Schüler nach Stalinstadt, dem heutigen Eisenhüttenstadt, am 1. Die haben auch ihre Themen, die sie sich nicht auszusprechen trauen. Besonders diese Schilderung beeindruckte die Schüler der Klasse 12 in Storkow, die heimlich den West-Berliner Sender RIAS hörten und so über die dramatischen Ereignisse in Ungarn informiert waren. Der Konflikt wird in die Elternhäuser getragen. Erik hält dem Druck nicht weiter stand und verrät Edgar. Juni 1956. Es gibt manche Szenen, bei der man nicht vermuten würde, … Letzte Verbindung in die DDR: Vor der Post in Bensheim sitzen 1957 drei der geflohenen Schüler, unter ihnen Dietrich Garstka (links). Was Mogel nicht ahnte: Es waren Schweigeminuten für die Toten des Volksaufstands in Ungarn, der sich gegen die Herrschaft der Kommunisten richtete, aber vom ungarischen Geheimdienst mit Hilfe der Sowjetunion brutal niedergeschlagen wurde. Ein halbes Jahr später veränderte sich das Leben aller Schüler der Klasse 12 drastisch - und sie gerieten unter Druck der Stasi, hoher SED-Funktionäre und des Bildungsministers Fritz Lange. Er traut seiner eigenen Meinung und ist bereit und in der Lage, dieser auch zu folgen. Im Buch erzählt Dietrich Garstka auch davon, was die Schüler erlebt haben, nachdem sie ihre Heimat verlassen hatten. Dieser Moment: Eine eigene Meinung zu formulieren und auch dazu zu stehen, das ist das Zeitlose der Geschichte. Die Kinder werden angehalten, klein beizuge­ben, um das Abitur nicht zu gefährden. "Je höher der Druck wurde, desto mehr igelten wir uns ein.". Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Abiturklasse in der DDR, die sich anlässlich des Ungarischen Volksaufstands 1956 im Unterricht zu einer Schweigeminute für die Opfer entscheidet. Als im RIAS zu landesweiten Schweigeminuten für die Opfer aufgerufen wird, wollen die Schüler ein Zeichen der Solidarität setzen. ", Die galt es zu bestrafen. 8)Ungarischer Politiker. Ein stummer Protest und seine Folgen Fünf Minuten lang sagen Karsten W. Köhler und seine Mitschüler im Herbst 1956 kein Wort. Weihnachten verbrachte er im Aufnahmelager Marienfelde, zusammen mit anderen verlorenen Seelen aus der DDR. Über die sogenannten Affiliate-Links oben erhalten wir beim Kauf in der Regel eine Provision vom Händler. "Dann hätten wir es wohl nie gewagt.". Letzte Triumphe: Ungarische Aufständische hissen am 2. Gleichzeitig werden sie zu politisch denkenden Menschen. Das schweigende Klassenzimmer wird bald zum Politikum. "Das schweigende Klassenzimmer" ist einer der letzten Kinofilme des im September überraschend verstorbenen Michael Gwisdek. Durch geschicktes Fragen glaubten sie die Quelle der Aktion in der ersten, mittleren Bankreihe lokalisiert zu haben. Nach der Aktion begann eine Jagd auf die vermeintlichen Aufrührer. Erik steht symbolisch für eine junge Genera-tion, die an die Utopie des Sozialismus geglaubt hat und zunehmend durch die reale Entwicklung im Kontext des Stalinismus ernüchtert wurde. Dietrich ließ nur eine karge Nachricht zurück: "Ich komme erst wieder, wenn meine Unschuld erwiesen ist. Mitte Dezember kam Volksbildungsminister Fritz Lange persönlich, um der Klasse vier Stunden die Leviten zu lesen - zuvor bestens von seinen Spitzeln über die Familien der Schüler informiert. Der Transformationsprozess von der Zeit des Faschismus hin zu neuer staatlicher Ordnung verlief voller Widersprüche. Drei Jahre später, in der Klasse 12, schrieben diese ostdeutschen Schüler Geschichte, als sie fünf Minuten demonstrativ schwiegen. Die Ablehnung der kommunistischen Partei und der Kampf um die Reformen von Imre Nagy mündeten in einen Volksaufstand. Er war als Erster geflohen, sein Onkel und seien Tante in West-Berlin wurden danach auch zur Anlaufstelle für seine Mitschüler. Es geht um Mut und Zusammenhalt, den eine Klasse junger Schüler einst bewies und sich damit gegen Familie, Freunde und einen ganzen Staat stellte. Auch in unserer Gesellschaft wird ein gewisser Konformismus verlangt. November 1956 schrieb ein Stasi-Oberfeldwebel erstmals über die "5 Gedenkminuten" für die "Konterrevolution in Ungarn". Entdecke die Filmstarts Kritik zu "Das schweigende Klassenzimmer" von Lars Kraume: Schon in seinem unter anderem beim Deutschen Filmpreis mehrfach preisgekrönten Drama „Der … Im Verlauf der Filmgeschichte werden sie sich immer mehr bewusst darüber, in welcher Gesellschaft sie leben. Derweil büffelten die Flüchtlinge 1957 fürs Abitur - gemeinsam, an einem Gymnasium im hessischen Bensheim. Schnell elektrisierte der Vorschlag die Schüler, verbreitete sich geflüstert von vorn nach hinten, von Stuhlreihe zu Stuhlreihe. Zwei Jahre später hieß es plötzlich, Puskás sei beim Volksaufstand in Ungarn getötet worden - was sich später als eine Falschmeldung entpuppte. Mir blieb die Luft weg. Fünf Minuten nämlich schwiegen alle 20 Schüler der Klasse 12, als Geschichtslehrer Werner Mogel ihr Wissen abfragen wollte. Also ließ Lange der Klasse bis zum 21. Aufbegehren: Eine ungarische Widerstandskämpferin im Oktober 1956. Dezembers 1956. Sonst werde die gesamte Klasse vom Abitur ausgeschlossen. Jahrestag ihres Ungehorsams. Das Bild täuscht - schon bald hatten Moskaus Panzer die Kontrolle wiederhergestellt. Allmählich erfahren sie, wo ihre Eltern herkommen, wie sie gelebt haben und was bis dahin verschwiegen wurde. Das Schweigende Klassenzimmer schafft es, eine Welt, die schon lange der Vergangenheit angehört, für Jugendliche interessant zu machen: Die Frage „Was wäre, wenn ich mein Abitur nur dann machen dürfte, wenn ich einen meiner Mitschüler verraten würde, und ihm damit jegliche Chancen auf einen Schulabschluss zu nehmen“ klingt doch gar nicht so altmodisch und ist integraler Bestand dieser … DDR, Herbst 1956: Die Abiturienten Theo und Kurt sehen im Kino die "Wochenschau"-Bilder des Ungarn-Aufstandes. Die Schüler konnten sie nur im "Feindsender" gehört haben, weshalb die Ordnungshüter schließlich auch bei ihm auftauchen. Symbolträchtiger Sturz: Eine aufgebrachte Menge kippte am 24. Dort war in den 1950er Jahren eine moderne Arbeiterstadt gebaut worden, wovon man in Bottrop oder Bochum nur träumen konnte. Selbst wenn man einen Film über die Schlacht bei Waterloo machen wollte, müsste man etwas finden, was auch heute noch eine Gültigkeit hat. Es ging also um die archaischen Aspekte des Stoffes. Erst 1996 kehrten sie noch einmal nach Storkow zurück, zum 40. Menschlich galt er in der Klasse als liebenswürdig, erzählt Dietrich Garstka, gleichzeitig war er aber treues SED-Mitglied. Bei der Beschäftigung mit Fritz Bauer merkte ich, wie spannend aus heutiger Sicht die 50er Jahre sind, die nicht zuletzt die Jugendzeit meiner Eltern waren. Dann entschloss er sich, es als Lüge einzustufen, und stritt alles ab. Nach Ihrem Film "Der Staat gegen Fritz Bauer" (2016) greifen Sie wieder einen Stoff auf, der in der deutschen Nachkriegs-zeit angesiedelt ist. Selbst wer nicht eingeweiht war, verstand und machte mit. Ich glaube, man kann nicht einfach erzählen, die DDR war eine Tyrannei und fertig. Filmstart: 1. Einer der Verhörten warnte Garstka. Ein letztes Mal versuchten die SED-Funktionäre, die Gemeinschaft zu spalten: Man solle zugeben, dass Dietrich der Aufrührer war, dann könne jeder sein Abitur machen. Die Verfilmung lief 2018 auf der Berlinale. Es war ihr Protest gegen die blutige Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn mit Hilfe der Sowjetunion. Doch sie wollen sich auch vergnügen. Erst 1989 wurde er rehabilitiert und die inhaftierten Demonstranten freigelassen. Christina Bylow, Der Staat gegen 19 Schüler. Der Kalte Krieg wird zwar nicht direkt zum Thema gemacht, aber man merkt ihn spürbar. Warum haben Sie das im Film nicht aufgegriffen? Die Verhör­methoden werden immer perfider. Inzwischen ist die Schule wieder derart umgebaut und modernisiert, dass sie als Kulisse für den aktuellen Film "Das schweigende Klassenzimmer" ebenso wenig taugte wie Storkow selbst. Über den Westrundfunk wollen sie mehr über den Aufstand erfah­ren und gehen zu Pauls Onkel Edgar, der ihnen erlaubt, bei sich RIAS zu hören. Dezember 2020, https://presseportal.zdf.de/presse/klassenzimmer, Lars Kraume, nach dem gleichna-migen Buch von Dietrich Garstka, Koproduktion des ZDF mit Akzente Film Produktion, Zero One Film und Studiocanal Film, Thomas Kufus, Kalle Friz, Isabel Hund, Lars Kraume. Und wurde nach oben weitergegeben. Die Helden: Von West-Berlin ging es für die DDR-Schüler ins hessische Bensheim, wo sie ihr Abitur machen sollten. Im Film "Das schweigende Klassenzimmer" erzählt Lars Kraume von einer Schulklasse in der DDR, die aufbegehrt. Das schweigende Klassenzimmer ist ein Spielfilm von Lars Kraume nach dem gleichnamigen Sachbuch von Dietrich Garstka, in dem er die wahre Geschichte seiner Schulklasse thematisiert. Denn die Klasse hatte sich vorher auf eine Strategie geeinigt: schweigen, zusammenhalten - und damit alle schützen. » Das schweigende Klassenzimmer « erzählt, mit einigen kleinen Ungenauigkeiten (so gab es in Stalinstadt keine Kirche – als solche wurde eine Baracke genutzt), ein sehr bewegendes Kapitel aus den Zeiten des ­Kalten Krieges, basierend auf den persönlichen Erlebnissen und der gleichnamigen Buchvorlage von Dietrich Garstka – einer der insgesamt 19 ehemaligen Schüler, die 1956 mit einer … Hier beaufsichtigte er 1957 mit seinen ehemaligen Schülern eine Parodie des DDR-Fahnenappells vor einem österreichischen Ferienheim. Sie erzählte ihm: "Wir haben solche Angst um euch gehabt, wir durften nie wieder über euch sprechen.". Gespielt wurde „Das schweigende Klassenzimmer“, eine wahre Geschichte aus den Anfängen der DDR. Filmheft DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER Die Geschichte des Films geht auf ein Ereignis aus dem Jahr 1956 in der DDR zurück: Eine Schulklasse legt im Untericht eine Schweigeminute für die Opfer des Ungarnaufstandes ein und wird daraufhin vom Abitur ausgeschlossen. Der will die Sache zunächst klein halten und versucht, den Vorfall als Dummejungenstreich zu verkaufen. "Er nahm die Besseren dran und stellte ihnen die einfacheren Fragen." Es war eine gemeinsame Aktion, und die Kon­sequenzen werden gemeinsam getragen. Aber trotz 4 Nominierungen (Bester Film, Beste Kamera, Beste Kamera, Bestes Kostümbild) ging Kraumes interessante Geschichtsstunde leider leer aus. SPIEGEL+-Zugang wird gerade auf einem anderen Gerät genutzt. Schnell wurde die nächtliche Flucht geplant und so inszeniert, dass die Eltern, die mit ihren drei jüngeren Kindern nicht fliehen konnten, uneingeweiht wirken mussten. Damit war es auch möglich, das zunehmend konspirative Handeln der Schüler deutlich zu machen. Als sie weiter von einer spontanen, gemeinschaftlichen Aktion sprachen, wurden auch sie vom Abitur ausgeschlossen. So versuchte die DDR, das schweigende Klassenzimmer durch verordnetes Schweigen aus der Geschichte zu tilgen - und verlor auch diesen Kampf. Zurück in ihrem Heimatort diskutieren sie die Ereignisse mit ihren Klassenkameraden. DDR-Unrecht, für Kinokameras nachinszeniert: „Das schweigende Klassenzimmer“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1.3.2018. Im Verlauf der Filmgeschichte werden sie sich immer mehr bewusst darüber, in welcher Gesellschaft sie leben. Dietrich Garstka war einer dieser Schüler. Im Radio erfahren die Schüler entsetzt, dass auch ihr Idol, der ungarische Nationalspieler Puskás, unter den Todes­opfern sein soll. "Jeder wurde abgemeiert", sagt Garstka, "bedroht, beleidigt und entwürdigt." Die Schlinge zog sich zu. Einsam standen sie in ihrer beleuchteten Loggia, früh am Morgen des 20. Was heißt es, wenn man sich als junger Mensch das erste Mal irgendwie politisch verhält? Ich habe mich schon immer für Geschichte interessiert. Um ihre Schweigeaktion zu entpolitisieren, einigten sich die Storkower Schüler aber auf die Interpretation, sie hätten nur um ihr Fußball-Idol getrauert - und nicht um ungarische "Konterrevolutionäre". Bald aber schickt Moskau Panzer. Doch es gibt auch Gegenstimmen. Lehrer Mogel war völlig verunsichert. Zeit zum Nachdenken blieb nicht, die Schüler in der letzten Reihe kriegten es gar nicht mit, denn schon stand SED-Mitglied Werner Mogel vor der Klasse. Ich fand es interessant, doch ich hatte zunächst keine Idee, wie daraus ein Drehbuch werden könnte. Erst später entpuppte sich das als Falschmeldung. Die dramatischen Ereignisse hatten sie über den Sender RIAS verfolgt, den sie nur heimlich hören durften. Garstka war einer der 19 Schüler, die damals mit einer einfachen menschlichen Geste, nämlich einer Schweigeminute im Unterricht für die Opfer eines Aufstands in … Aber einen letzten Blick wagte Dietrich Garstka zurück zu seinen Eltern, bevor er sie verließ, überstürzt und im Schutze der Dunkelheit, nur vier Tage vor Weihnachten. Der 17-Jährige sah, wie sein Vater seiner Mutter den Arm um die Schulter legte. Am Anfang scheint sich ihr Leben durchaus sehr komfortabel zu entwickeln. Der Ort hat in unserem Film eine große Symbolkraft. "Ein kleiner Akt des Widerstandes," sagt Garstka immer noch leicht triumphierend. Die Klasse wurde gerügt, während die SED-Kreisleitung den Druck auf Schwerz weitergab. Das schweigende Klassenzimmer . Die vorrevolutionäre Stimmung 1918? "Keiner wollte zum Verräter werden", titelten die Zeitungen. und schwieg - mit dramatischen Folgen. Je mehr sie merken, dass sie sich gegenseitig verraten sollen, desto mehr wächst ihre Solidarität. Zunächst hieß es nämlich, Puskás sei bei den Kämpfen getötet worden. Schließlich wird abgestimmt – die Mehrheit ist für die Geste der Solidarität. Die ersten Schüler wurden ins Direktorzimmer zitiert, zu den drei SED-Mitgliedern im Kollegium: zu Lehrer Mogel, dem noch neuen Direktor Georg Schwerz sowie seinem Vorgänger Hans Mehling. Wiedersehen nach 40 Jahren: Klassentreffen sind immer etwas speziell. Hätte es mehr solcher Fälle von Zivilcourage gegeben – wer weiß, was aus dem Mauerbau geworden wäre? Juni 1953. Trotzig und trickreich versuchte die DDR, die Schüler zurückzuholen: Da wurden Eltern bearbeitet, ihre Kinder im Westen zu besuchen und zur Rückkehr zu bekehren. Über den Film. Im kleinen Storkow sprach sich die Aktion sofort herum. Der Spielfilm im ZDF basiert auf der gleichnamigen Buchvorlage von Dietrich Garstka aus dem Jahr 2006. Mit Edgars Außenseiterrefugium konnten wir das aber in filmisch überhöhter Weise zusammenfassen. Wegen ihres Mutes und ihres zivilen Ungehorsams waren sie wie Staatsfeinde behandelt worden. (...) Ich musste feststellen, daß es völlig erfolglos war, irgendetwas herauszubekommen. Als die Schüler im Januar 1957 in Frankfurt landeten, warteten die Fotografen schon. Angeregt durch die Produzentin Miriam Düssel habe ich schließlich versucht, im Rahmen der konkreten Situation 1956 die Zeitlosigkeit der Geschichte zu erfassen. Zwei Schüler in der DDR erfahren 1956 von den blutigen Aufständen in Ungarn und wollen in der Schule der Opfer gedenken. Gedreht wurde daher überwiegend in Eisenhüttenstadt. Die entsprechenden Fragen und Konflikte habe ich in den Figuren Theo und Kurt verankert. Also muss man sich als Drehbuchautor auf einzelne Figuren konzentrieren, die den Gesamtzusammenhang symbolisieren. Beim Rest der Gruppe dagegen erhöht der äu­ßere Druck die innere Solidarität. Diesmal nicht in der Bundesrepublik, sondern in der DDR. "Todesstrafe! Zum Ärger des Volksbildungsministers Lange waren längst nicht alle Lehrer an der Oberschule in Storkow SED-Mitglieder. Einige ächzten fast unter dem spürbaren Druck, durchhalten zu müssen.". Die sowjetischen Truppen empfanden viele Schüler längst nicht als glorreiche Befreier von der NS-Diktatur, sondern als neue Besatzer einer neuen Diktatur. Immer wieder: Wer war es? "Auf Wunsch der Reporter setzten wir uns auf einen herumstehenden Transporter, nahmen einen Arm nach oben und lachten", schrieb Dietrich Garstka später. Sein letzter Satz: "Ich bitte nicht um Gnade.". Arbeiter- und Soldatenräte? Ihr Film geht auf eine wahre Begebenheit zurück, die Dietrich Garstka, einer der Beteiligten, in Form von Erinnerungen, Reflektionen und Dokumenten als Buch veröffentlicht hat. Hatte ihn sein Freund wirklich denunziert? Später heiratete... ...er Walburga, seine ehemalige Schülerin aus der Klasse 12, die ebenfalls in den Westen geflohen war. Durch ihn bekommt die verschworene Gruppe eine Art Hauptquartier, wo die Proble-me gebündelt diskutiert werden konnten. Der zuständige Volksbildungsminister war damals höchstselbst (das muss man sich mal vorstellen!) Diese Aufnahme vom Silvesterabend 1956 zeigt zwölf der geflohenen Schüler. März 2018 Der Film „Das schweigende Klassenzimmer“ von Lars Kraume spielt im Jahr 1956 in Stalinstadt und basiert auf den persönlichen Erlebnissen und der gleichnamigen Buchvorlage von Dietrich Garstka. Niemand ist bereit, des eigenen Vorteils willen einen Rädelsführer zu verraten. Welche Motive hatten Sie dafür? Sie versuchen, die Strukturen in beiden deutschen Staaten als jeweils eigenständige Entwicklung zu erfassen, die ihren Ausgangspunkt gleichermaßen im gescheiterten Faschismus und im verlorenen Krieg hat. Insbesondere Erik folgt der DDR-Deutung der Vorgänge in Ungarn als Konterrevolution. Hier spricht er über Utopien und die Suche nach Haltung. Doch die Klasse hielt zusammen, blieb sich treu Der Fachlehrer ist empört und beschwert sich bei Direktor Schwarz. Dietrich Garstka war einer der 19 Schüler die eine solidarische Schweigeminute für die Opfer des Aufstandes in Ungarn abhielten.… Das DDR-Drama feiert nun Free-TV-Premiere. Bis auf vier Schülerinnen, die aus familiären Gründen nicht wegkonnten, floh ein Schüler nach dem anderen in den Westen. Volksaufstand in Ungarn: "Jungs, ich gehe in den Tod", Die Toten des 17. Einige zeigten gar "faules Versöhnlertum", wütete der Minister und meinte damit auch den eher bürgerlich eingestellten Mathematik- und Lateinlehrer Wolfgang Fricke (Foto). Das alles erinnerte viele Schüler an den gescheiterten Aufstand in der DDR drei Jahre zuvor. Es folgten "fünf zähe, quälend lange Minuten", so Garstka. Hier ein Foto von einem Ausflug 1957 mit dem neuen Lateinlehrer nach Worms. Die Lebensziele waren dahin, den Gebannten blieb nur Dietrichs Weg. Doch es ist nicht möglich 20 Figuren gleichzeitig zu führen. Nun wird das DDR-Drama im deutschen Free-TV gezeigt. Weil es auch ihm nicht gelang, das Schweigen der Schüler zu brechen und der Partei einen Verantwortlichen zu präsentieren, wurde er am Ende selbst abserviert und von seinem Amt als Direktor entbunden. Durch sein ungeschicktes Verhalten kam es dazu, daß sich die Klasse zu einer 'verschworenen Gemeinschaft' entwickelte. Von der Kreispartei kommt die Anweisung, die Sache zu untersuchen. Sie haben vor, am Grab des im Zweiten Weltkrieg gefallenen Großvaters von Kurt Blumen niederzulegen. Hier, in der Provinz, ging plötzlich alles so spontan-schnell, dass Garstka noch heute glaubt, alles wäre anders gekommen, hätte man Zeit zum Diskutieren gehabt. Die Schüler werden gegeneinander ausgespielt, erpresst und unter Druck gesetzt: Entweder sie benennen binnen einer Woche die Rädelsführer oder die gesamte Klasse wird vom Abitur ausgeschlossen. ! Ein Schüler erhielt ein fingiertes Telegramm, er solle schnell seine plötzlich schwer erkrankte Mutter besuchen. Gefördert von/durch Medienboard Berlin-Brandenburg, FFF Bayern, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, DFFF und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Denn SED und Stasi verdächtigten ihn, ein "konterrevolutionärer" Rädelsführer an seiner Schule im brandenburgischen 5000-Einwohner-Städtchen Storkow zu sein. "Furchtbar, dieses Bild", erinnert sich Garstka gut 61 Jahre später im einestages-Gespräch. Besonders beeindruckte sie, wie eine aufgebrachte Menge in Budapest das acht Meter hohe Stalin-Standbild stürzte; nur die Stiefel des Diktators blieben stehen. Sie einigen sich auf eine Ausrede: Sie sind sportbegeistert, die Schweigeminute war für Puskás. Der Regisseur und Kameramann Lars Kraume beschäftigt sich immer wieder mit der jüngeren deutschen Geschichte, in: Berliner Zeitung, 16.2.2018. So entschieden Minuten über das Leben von 20 Schülern - historische Vorlage für den aktuellen Kinofilm "Das schweigende Klassenzimmer". Doch die "konterrevolutionäre Aktion" hat längst Kreise gezogen. Neben den guten darstellerischen Leistungen ist "Das schweigende Klassenzimmer" schon allein wegen der Reise in die Vergangenheit sehenswert.